Persönliche Einblicke von Bodo Ries
- Was war der schwierigste Moment in den vergangenen zwei Jahren?
Der Zusammenbruch der Bundesregierung. Obwohl wir bereits eine Förderzusage aus dem Programm KulturInvest hatten, stand plötzlich der gesamte Bundeshaushalt still. Zwei Jahre lang mussten wir Sponsoren immer wieder erklären, warum wir trotz Zusage nicht starten konnten. Das war zermürbend. Umso dankbarer bin ich, dass so viele Menschen trotzdem an das Projekt geglaubt haben.
- Gab es einen Moment, in dem du dachtest: „Das schaffen wir nie“?
Ja. Als plötzlich die Lizenzierung der Michelangelo-Bilder zu scheitern drohte. Anderthalb Jahre lang dachten wir, das Thema sei erledigt. Dann stellte sich heraus, dass die Rechte viel komplizierter waren als erwartet. Ohne die Bilder hätte die ganze Ausstellung auf der Kippe gestanden. Dass wir schließlich mit den Scala Archives in Italien eine Lösung gefunden haben, war eine riesige Erleichterung.
- Welche Begegnung mit einem Unterstützer wirst du nie vergessen?
Davon gab es viele. Mich berührt es immer wieder, wenn Menschen nach einem kurzen Gespräch sagen: „Das passt in unsere Zeit. Das unterstützen wir.“ Manchmal dauert ein Gespräch nur wenige Minuten und am Ende sagt jemand: „Hier sind 10.000 Euro.“ Das ist viel mehr als Geld. Es ist Vertrauen in eine gemeinsame Idee.

